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Lehrer sein dagegen sehr

Sie suchen das Patentrezept, das den so genannten guten Lehrer ausmacht? Dann legen Sie dieses Buch zur Seite. Es kann Ihnen nicht weiterhelfen. Oder Sie suchen eines der vielen gescheiten Bücher über Pädagogik und Unterricht? Dann ist dieses Buch auch nicht das Richtige für Sie.

Dieses Buch ist  der Versuch, die Lektionen, die mich die Praxis gelehrt hat, in Worte zu fassen. Trotzdem wird dieses Buch Ihnen Ihre ganz persönlichen Lektionen nicht ersparen können. Es gibt nämlich kein Patentrezept für erfolgreiches Lehren und Lernen. Zu unterschiedlich sind die Konstellationen, auf die wir im Unterricht treffen. Was heute für den einen Schüler richtig ist, kann schon morgen für eben diesen Schüler wieder falsch sein. So kann Ihnen niemand Ihre eigenen Erfahrungen ersparen. – Und glauben Sie mir, die eigenen Erfahrungen sind die wichtigsten im Leben.

Was kann also dieses Buch, werden Sie sich jetzt fragen.

Nun, zunächst einmal sollten Sie sich über meine Lektionen amüsieren, wo dies möglich ist. Denn Schadenfreude ist doch die reinste Freude! Frei nach dem Motto: Gott sei Dank, das ist mir noch nicht passiert. In meinem Unterricht brauche ich das nicht, es geht mir gut.   Andererseits kann dieses Buch tröstlich sein: Schau her, andere müssen auch immer wieder etwas lernen. Du bist nicht allein.

Und letztlich können Sie vielleicht die eine oder andere Anregung für sich mitnehmen – und ausprobieren. Vielleicht gelingt es Ihnen das eine oder andere umzusetzen. Vielleicht haben Sie eigene neue Erkenntnisse. Damit ist ein wesentliches Ziel dieses Buches angesprochen: Es möchte nämlich Bewusstsein erzeugen. Bewusste Auseinandersetzung mit dem Lehren und Lernen, indem die eigene Arbeit bewusst reflektiert wird – und dadurch natürlich verändert und verbessert. – Manche gescheite Leute sagen dazu auch Selbstevaluation. Sie meinen, Sie brauchen das nicht, denn Sie hätten die Lizenz zum Lehren ohnedies in der Tasche. Nun, dann werden Sie Ihre Lektionen eben in der Klasse bekommen, ob Sie wollen oder nicht. Denn der Lehrberuf bedeutet nun einmal die Auseinandersetzung mit Kindern und Jugendlichen. Und dazu bedarf es starker Persönlichkeiten, die bereit sind, an sich selbst zu arbeiten und sich selbst weiterzuentwickeln. Denn wie heißt es so schön: „Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden.“(Phillip Rosenthal, 1916-2001).

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